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Methodenbeschreibung Fernsehen

Zielsetzung

Bestimmung der aktuellen Position der bayerischen lokalen Fernsehprogramme im Konkurrenzumfeld

  • Nutzung von Fernsehprogrammen im Tagesablauf zwischen 16.00 und 24.00 Uhr
  • Empfangbarkeit von Fernsehprogrammen
  • Beurteilung und Bewertung des derzeitigen Programmangebots durch die Fernsehzuschauer

Grundgesamtheit

Die befragte Grundgesamtheit umfasst wie in den Vorjahren Personen ab 14 Jahre in Privathaushalten im Erhebungsgebiet, die in Deutsch befragt werden können, also deutsch sprechende Personen, unabhängig von der Nationalität. Zur Quantifizierung dieser Bevölkerungsgruppe wurden wie im Vorjahr aus der amtlichen Statistik die Daten für die deutsche Bevölkerung + die Bevölkerung aus anderen EU-Ländern + Ausländer aus Nicht-EU-Ländern mit abgeschlossener Schulbildung (hier wird die Kenntnis der deutschen Sprache erwartet) mit Wohnsitz im Erhebungsgebiet aggregiert.

Das Erhebungsgebiet umfasst ganz Bayern und angrenzende Gemeinden in Baden-Württemberg, die zum Gesamtsendegebiet des Standorts Neu-Ulm angehören.

Basis:   11,730 Mio.  Personen ab 14 Jahre
davon: 10,933 Mio.  Personen ab 14 Jahre in Bayern
0,797 Mio.  Personen ab 14 Jahre außerhalb Bayerns

Die tatsächlich befragte Grundgesamtheit umfasst unverändert im Vergleich zu den Vorjahren deutschsprechende Personen ab 14 Jahren in Bayern.

Lokalfernsehstandorte

Im Vorfeld der Untersuchung wurde bei den lokalen Anbietern und der BLM ermittelt, welche Gemeinden zu den jeweiligen Kabelverbreitungsgebieten und Versorgungsgebieten der Lokalfernsehprogramme gehören.

Informationen zur IPTV-Verbreitung auf Gemeindeebene liegen nicht vor. Es werden daher sowohl in den Gemeindelisten als auch in den Gebietskarten keine Informationen auf Gemeindeebene für IPTV ausgewiesen.

Die genauen Abgrenzungen sind den Landkarten zu entnehmen, die sich in den einzelnen Standortverzeichnissen unter dem Verzeichnis Lokale Standorte befinden.

    
     Lokalfernsehstandorte 2017     
    
 StandortAllgäu 
 StandortAmberg / Weiden 
 StandortAschaffenburg 
 StandortAugsburg 
 StandortDeggendorf 
 StandortIngolstadt 
 StandortLandshut 
 StandortMünchen 
 StandortNeu-Ulm 
 StandortNürnberg / Fürth / Erlangen 
 StandortOberbayern 
 StandortOberfranken 
 StandortPassau 
 StandortRegensburg  
 StandortSchweinfurt 
 Standort  Würzburg 
    

Stichprobenanlage

Proportionale Basisstichprobe in Bayern mit disproportionalen Aufstockungen der 16 Lokal-Fernsehstandorte.

Die Stichprobe wurde so geplant, dass für alle Fernsehstandorte in Bayern eine genügend große Fallzahl für Auswertungen zur Verfügung steht (mindestens 500 Fälle in Empfangshaushalten im jeweiligen lokalen Verbreitungsgebiet). Die Stichprobe wurde deshalb disproportional auf Bayern bzw. die Standorte verteilt. In manchen Gebieten erfolgten individuelle Fallzahlaufstockungen durch die Auftraggeber.

Über ganz Bayern verteilt wurden insgesamt 3.000 Interviews mit proportionaler Verteilung geplant.

Im einzelnen ergab sich daraus folgender Stichprobenplan:

1Ingolstadt982
2München956
5Oberbayern1.091
9Passau848
10Landshut1.073
11Deggendorf1.036
12Amberg/Weiden1.019
13Regensburg1.285
16Oberfranken1.128
19Nürnberg953
21Aschaffenburg993
22Würzburg1.040
23Schweinfurt1.028
24Augsburg981
26Neu-Ulm1.430
28Allgäu1.021

Aufhebung des disproportionalen Ansatzes durch Gewichtung

Repräsentative Aussagen möglich für:

  • Bayern gesamt
  • Lokalfernsehempfangsgebiete gesamt
  • jeden einzelnen der 16 Lokalfernsehstandorte

Schichtung

Die in die Grundgesamtheit bzw. Auswahlgrundlage fallenden Telefonnummern wurden folgendermaßen geschichtet:

  • Landkreise / Stadtkreise
  • politische Gemeindegrößenklasse (Zuordnung zu einer Gemeindegrößenklasse erfolgt auf Basis Einwohner in der Gemeinde)

Alle Gemeinden eines Kreises, die im Verbreitungsgebiet eines Lokalfernsehprogramms lagen und zur gleichen politischen Gemeindegrößenklasse gehörten, bildeten somit eine Schicht.

Innerhalb dieser Schichten erfolgte eine Schichtung durch Anordnung (im Allgemeinen ortsalphabetisch).

Auswahlverfahren

Die Auswahl der Befragungspersonen erfolgte auf der Basis des aktuellen ADM-Telefonstichprobensystems. Diese Auswahlgrundlage ist nicht auf die veröffentlichten Teilnehmerverzeichnisse der Telekom beschränkt, sondern generiert nach bestimmten Prinzipien alle theoretisch möglichen Festnetz-Telefonnummern. Die Methode hat insbesondere den Vorteil, dass auch die Telefonhaushalte repräsentativ abgebildet werden, die nicht in den veröffentlichten Telefonteilnehmerverzeichnissen ausgewiesen sind.

Die Auswahl der Haushalte erfolgte als eine geschichtete, einstufige und ungeklumpte repräsentative Zufallsauswahl. Die Stichprobe wurde disproportional auf das Befragungs-gebiet verteilt (proportionale Basisstichprobe mit Aufstockungen der einzelnen Fernsehstandorte).

Im Rahmen der Feldarbeit musste als Erstes für jede ausgewählte Telefonnummer ermittelt werden, ob diese Telefonnummer tatsächlich existiert, also nicht die entsprechende automatische Ansage kam („Kein Anschluss unter dieser Nummer“). Des Weiteren musste überprüft werden, ob es sich bei dem Teilnehmer um einen Privathaushalt der Grund-gesamtheit handelt. Ebenfalls musste erfragt werden, in welcher Gemeinde innerhalb des Telefonvorwahlgebiets der Haushalt wohnt, da ja für die Haushalte definitiv nur die Vorwahl bekannt war, damit eine sichere Zuordnung zu einem Lokalfernsehverbreitungsgebiet erfolgen konnte.

Innerhalb der ausgewählten Haushalte wurde eine Person der Grundgesamtheit per Zufall ausgewählt (Schwedenschlüssel).

Erhebungsmethode

CATI-Methode (Computer Aided Telephone Interviewing)

Erhebungszeitraum

Die telefonischen Befragungen für die Fernsehstudie wurden in der Zeit vom 16.01. bis 26.03.2017 durchgeführt.

Anzahl der Interviews

Fernsehstudie:   16.364  Personen ab 14 Jahre in Bayern, sowie
  500  Personen ab 14 Jahre in Baden-Württemberg

Erhebungsinhalte

  • Nutzungsfrequenz Fernsehen gesamt nach Tagen
  • Bekanntheit / Weitester Seherkreis / Nutzungsfrequenz Fernsehprogramme
  • Fernsehnutzung vor 16.00 Uhr
  • Viertelstundenweise Tagesablauferhebung für den gestrigen Tag von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr
       –   Fernsehnutzung nach Programmen
       –   Blu-ray, DVD, Video gesehen
  • Nutzung Lokalprogramm über Internet / Weitester Nutzerkreis / Nutzungshäufigkeit / Nutzung gestern
  • Für Sender, die mindestens einmal in 14 Tagen genutzt werden: Programmkompetenz in Bezug auf Programmbestandteile, Bewertung des Senders gesamt sowie zu Image und verschiedenen Aussagen

Haushaltsausstattung

  • Anzahl Fernsehgeräte
  • Fernsehempfangsbedingungen (Kabel, Satellit, DVB-T, TV über DSL, Digitale Empfangsmöglichkeit über Kabel)
  • IPTV-Anbieter

Fernsehempfang

  • Empfangbare Fernsehprogramme
  • HD Empfang
  • Bekanntheit Lokalprogrammempfang über Satellit

Demografie

  • Alter, Geschlecht
  • Schulbesuch, Schulabschluss, Berufsausbildung
  • Berufstätigkeit, Beruf
  • Haushaltsführung
  • Haupteinkommensbezieher
  • Staatsangehörigkeit
  • Persönliches Nettoeinkommen
  • Haushaltsnettoeinkommen
  • Haushaltsgröße, Kinder bis 14 Jahre im Haushalt

Berichterstattung Fernsehen

CD-ROM "Fernsehen":

  • Tabellarische Basisauswertung Fernsehen – Bayern gesamt –
  • Tabellarische Auswertung für 16 Fernsehstandorte
  • Lokale Funkplanungsdaten Bayern
  • Tabellarische Auswertung "Qualitative Programmbewertung Fernsehen"

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie die Funkplanungsdaten im Internetauftritt der BLM / www.blm.de oder www.funkanalyse-bayern.de .

Datengewichtung / Proportionalisierung / Redressment / Transformation

Folgende Gewichtungen wurden vorgenommen:

  • Designgewichtung 1:
    Aufhebung der unterschiedlichen Auswahlchancen der Haushalte, die sich aus der unterschiedlichen Anzahl der Telefonnummern, unter denen der Haushalt erreichbar ist, ergibt.
  • Designgewichtung 2:
    Aufhebung der methodenbedingten unterschiedlichen Auswahlchancen, die sich aus unterschiedlichen Auswahlchancen in Abhängigkeit von der Wohnort-Gemeinde auf Grund des disproportionalen Stichprobenansatzes ergeben.
  • Haushaltsgewichtungen
    Haushaltsgewichtung nach politischer Gemeindegrößenklasse / Lokalfernsehverbreitungsgebieten gesamt mit Aufhebung des disproportionalen Stichprobenansatzes (Basis: amtliche Statistik),
    Haushaltsgewichtung nach Haushaltsgröße / Regierungsbezirk bzw. Lokalfernsehver-breitungsgebiete gesamt (Basis: BiK)
  • Designgewichtung 3:
    Aufhebung der unterschiedlichen Auswahlchancen der befragten Personen in Abhängigkeit von der Anzahl der zur Grundgesamtheit gehörenden Personen im Haushalt (Umwandlung der Haushaltsstichprobe in eine Personenstichprobe)
  • Personengewichtungen:
    Die Gewichtungssollzahlen hatten wie bei der ma Radio 2017 I als Bezugsbasis in Privathaushalten in Deutschland wohnende Deutsche plus EU-Ausländer plus Nicht-EU-Ausländer mit abgeschlossener Schulausbildung ab 14 Jahre. Datenquellen hierzu waren die von BiK für die ma Radio ermittelten sekundärstatistischen Daten der amtlichen Statistik, weitere Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes sowie eigene Berechnungen.

Gewichtungsmerkmale:

  • Regierungsbezirke / Haushaltsgröße x Haupteinkommensbezieher
  • Regierungsbezirke / Haushaltsgröße
  • Regierungsbezirke / Bildung
  • Regierungsbezirke / Berufstätigkeit
  • Regierungsbezirke / Alter / Geschlecht
  • Regierungsbezirke / Deutsche / Ausländer
  • Lokalfernsehverbreitungsgebiete bzw. Teilgebiete / Alter / Geschlecht
  • Lokalfernsehverbreitungsgebiete / Alter / Befragungstag
  • Lokalfernsehverbreitungsgebiete / Geschlecht / Befragungstag
  • Lokalfernsehverbreitungsgebiete / Befragungstag
  • Alter / Geschlecht / Lokalfernsehverbreitungsgebiete / Mo-Fr / Sa / So

Einkommen

Etliche Personen wollten oder konnten beim Interview keine Angabe zum eigenen und/oder zum Haushaltseinkommen machen. Um diese wichtige Variable für Auswertungen sinnvoll nutzen zu können, wurden diese fehlenden Angaben zum Einkommen geschätzt. Die Basis bildeten die Angaben der Personen, die zum Einkommen Angaben gemacht hatten. Die Berechnungen erfolgten mit Hilfe eines Segmentationsverfahrens. Es wurden alle Personen, die eine Angabe zum Einkommen gemacht hatten, auf der Basis der übrigen erfragten statistischen Merkmale wie z.B. Alter, Schulbildung, Haushaltsgröße usw. in disjunkte Gruppen (Segmente) mit jeweils einheitlichem Einkommen zerlegt.

Im zweiten Arbeitsschritt wurden alle Personen ohne Angabe zum Einkommen entsprechend ihren Angaben zu den statistischen Merkmalen diesen verschiedenen Segmenten zugeordnet und ihnen das Einkommen des jeweiligen Segmentes zugewiesen. Diese Methode wurde für die Schätzung sowohl des Haushalts- als auch des persönlichen Einkommens eingesetzt. Dabei wurden zusätzlich auch die Zulässigkeitsprüfungen angewendet, die bei den Angaben zum Einkommen gegolten hatten, die bereits während des Interviews gemacht wurden (Beispiel: persönliches Einkommen muss kleiner/gleich Haushaltseinkommen sein).

Nach Abschluss dieser Arbeiten stehen für die Auswertung die Merkmale Haushalts- und persönliches Einkommen für jeden Befragten zur Verfügung.